Glanzvoller Festivalausklang der 22. Bamberger Kurzfilmtage
Süßer Filmpreis geht nach Berlin
Petra Lüschow gewinnt mit ihrem Kurzfilm „Der kleine Nazi“ zwei Bamberger Reiter
Mit der Verleihung des süßesten Filmpreises der Branche endeten die 22. Bamberger Kurzfilmtage. Das Publikum wählte den Streifen „Der kleine Nazi“ zum besten Film des Festivals. Gleichzeitig erhielt der Film den Jurypreis in der Kategorie „Bester Kurzspielfilm“. Wie lange die zwei Siegtrophäen, ein Schokoladenabbild des Bamberger Reiters, die nächsten Wochen überdauern bleibt wohl dem Appetit der Berliner Regisseurin Petra Lüschow überlassen. In ihrer Komödie erzählt sie die absurden Ereignisse unter dem Weihnachtsbaum von Familie Wölkel. Oma Wölkel findet alten Weihnachtsschmuck und lässt das Naziweihnachten ihrer Kindheit wiederauferstehen. Die Situation gerät außer Kontrolle als sich ein überraschender Besuch aus Israel ankündigt. Unverkrampft und voller Situationskomik gelingt Petra Lüschow ein hintergründiger Blick auf das deutsch-israelische Verhältnis.
Die mit Alexandra Gramatke, Matthias Dell und Wolfgang Behr prominent besetzte Fachjury vergab zwei weitere Preise. „Ich brauch mehr Rot!“ von Monika Tenhündfeld wurde zum besten Animationsfilm gekürt. Michael Schwarz gewann mit seiner Dokumentation „Kursdorf“ den Preis als „Bester Dokumentarfilm“. „Kursdorf“ beschreibt in eindrucksvollen Bildern den Niedergang des gleichnamigen sächsischen Dorfes, das eingekesselt wird vom Bau des Leipziger Flughafens.
Weitere Preise gingen an „Nun sehen Sie Folgendes“ von Eric Schmitt und Stephan Müller (Preis der Jugendjury) sowie „Edeltraud und Theodor“ von Daniel Acht (Preis des Kinderpublikums). Zum besten Regionalfilm wurde „Date me“ von Gary Tietje gewählt.
Das Festival präsentierte im deutschsprachigen Wettbewerb erstmals auch Filme aus Südtirol und Luxemburg. Zum Publikumsmagneten gerieten die Filmschauen von Nicolas Steiner und Oscar-Preisträger Pepe Danquart, der als künstlerischer Pate Einblick in seine Arbeit gewährte. Besonderes Interesse fand die Werkschau der Südtiroler Filmhochschule ZELIG und die Bamberger Kinopremiere der Dokumentation „Der Taktstock“ von Michael Wende. Mit 4500 Zuschauern und zahlreichen ausverkauften Veranstaltungen ziehen die Bamberger Kurzfilmtage eine positive Gesamtbilanz.